Wir trauern um den Mitbegründer und langjährigen musikalischen Leiter
der Pocket Opera Company
Herrn David Seaman
der im Alter von 75 Jahren in seiner Heimatstadt Cardiff verstorben ist.
Während seines Engagements als Kapellmeister am Nürnberger Opernhaus gründete David Seaman gemeinsam mit Peter Beat Wyrsch 1974 die Pocket Opera Company, für die er zahlreiche Opern in reduzierter Orchestrierung bearbeitete. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Ensemble der Pocket Opera Company führte ihn auf Tournee durch ganz Europa und Übersee und wurde bald mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Später wurden diese seine Arrangements von vielen Bühnen übernommen und aufgeführt. Besondere Beachtung erhielt er für seine Ring-Bearbeitung von Richard Wagner aus dem Jahre 1990: „Der Ring an einem Abend“. Mit seinem umfangreichen Werk u.a. Opern von Bizet, Catalani, Donizetti, Humperdink, J. Strauss, Lehar, Marschner, Ponchielli, Rossini, Tschaikowski, Verdi, Wagner und Weill erhielt er internationale Anerkennung.
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Januar 2021
Wir trauern um die legendäre POC-Diva und Ehrenvorsitzende Elizabeth Kingdon-Grünwald
Leider müssen wir die traurige Nachricht überbringen, dass unsere langjährige Prima Donna und Ehrenvorsitzende Elizabeth Kingdon-Grünwald kurz vor ihrem 93. Geburtstag verstorben ist. Ihre zahlreichen POC-Auftritte als persiflierende Operndiva und fränkisch-amerikanische Nachtigall werden unvergessen bleiben – selbst im Alter von 86 Jahren wagte sie sich als Aida noch aufs Floß im Wöhrder See und verzauberte das Publikum mit ihrer unnachahmlichen Bühnenpräsenz. Wir alle werden sie schmerzlich vermissen. Farewell, Eliza, mach’s gut!
Elizabeth Kingdon wurde 1928 in Schenectady, New York als Tochter des Forschers Kenneth H. Kingdon geboren. Auf Wunsch des Vaters absolvierte sie am Vassar College ein Mathematikstudium und schloss 1947 mit dem Bachelor ab. Erst danach nahm sie ihr Gesangsstudium in Boston und New York auf. Durch ein Fulbright-Stipendium kam sie 1956 an die Staatliche Hochschule für Musik in Frankfurt am Main.
Ihr erstes Engagement führte sie 1958 an das Theater Bielefeld, wo sie als Leonore in Macht des Schicksals (Verdi) debütierte. Weitere Rollen in der ersten Saison: Jenufa in Jenufa(Janáček), Gräfin in Die Hochzeit des Figaro (Mozart) und Marie in Die verkaufte Braut (Smetana).
1963 wechselte sie an die Städtischen Bühnen Nürnberg und sang dort bis 1985 alle wichtigen Partien im Fach ‚Jugendlich-Dramatische‘. Gastauftritte führten sie vor allem als Wagner-Interpretin in andere Theater der Bundesrepublik Deutschland, in die DDR, nach Österreich, der Schweiz und Frankreich.
Parallel dazu schloss sie sich ab 1976 der Pocket Opera Company, Nürnberg (POC) an, und startete mit dieser freien Theatergruppe als persiflierende Diva eine zweite Karriere. Als Wally in Die Geierwally (Catalani), Lucrezia in Lucrezia Borgia (Donizetti) oder Emmy, Malwina und Janthe in Der Vampyr (Marschner) gastierte sie auf Theaterfestivals und an zahlreichen internationalen Opernhäusern.
Nachruf von Dieter Stoll im Curt Magazin
Nachruf von Julia Hofmann beim Bayerischen Rundfunk
Nachruf von Joseph Dalton in der Times Union (in Englisch)
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Februar 2023
Die POC trauert um Georgia Eilert und Ernst Häussinger
Mit großer Trauer haben wir vom Tod zweier wunderbarer Künstler aus der Geschichte der Pocket Opera Company erfahren: der Dramaturgin Georgia Eilert und des Schauspielers und Aktivisten Ernst Häussinger. Georgia Eilert war zwischen 1984 und 2005 für die Dramaturgie zahlreicher POC-Produktionen verantwortlich, u.a. bei „Die Großherzogin“, „Hahnengeschrei im Schnellen Adler“ und „La Gioconda“, Ernst Häussinger wirkte als Schauspieler bei „Der Vampyr“ und „Die Welt ist eine Scheibe“ mit. Wir werden Georgia und Ernst in bester Erinnerung behalten.
Eine pfiffige Wegbegleiterin
Zum Tod der Dramaturgin Georgia Eilert (1948-2023)
Georgia Eilert hat die damals schon breite Palette von Inszenierungsideen in der Pocket Opera Company noch um ein entscheidendes Stückchen erweitert. In den Jahren 1984 bis 2005 hat sie in über neun Opernproduktionen immer genau hingeschaut, was die Nürnberger Truppe auf die Theaterbretter gezaubert hatte.
Da entstanden u.a. die Eisenbahnoper „Hahnengeschrei im schnellen Adler“ im mittlerweile abgerissenen Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn in Nürnberg (1985), die später auch als „Transgleiseriana“ im Frankfurter Hauptbahnhof gezeigt wurde, aber auch der Schmachtfetzen „La Gioconda“ mit Eliza Kingdon in der Titelpartie und dem berühmten Stundentanz (1986). Georgia Eilert war aber auch Dramaturgin bei der Neufassung von Marschners „Der Vampyr“. Die hochgelobte Version der Pocket Opera befreite das fast vergessene Werk von romantischem Schwulst, um ein erstaunlich aktuelles Stück Musiktheater zu entdecken.
Eine Dramaturgin arbeitet natürlich nie allein, sondern immer im unmittelbaren Austausch mit dem musikalischen Leiter und dem Regisseur. Georgia Eilert verstand es immer wieder, ihre ausgezeichneten dramaturgischen Kenntnisse, die sie in vielen Theatern in Deutschland unter Beweis stellte, in die Pocket Opera Wirklichkeit zu übersetzen. Sie sprang beherzt vom Stadttheater (u.a. Braunschweig, Freiburg, Kassel) in die Freie Szene und hatte keine Berührungsängste. Gleich meine erste gemeinsame Inszenierung an der Niedersächsischen Staatsoper in Hannover mit Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ (1984) war für mich überzeugend und führte zu einer langanhaltenden, vertrauensvollen Zusammenarbeit und schlussendlich zu einer echten Theaterfreundschaft. Die Dramaturgin Georgia Eilert ist am vergangenen Mittwoch nach einer schweren Krankheit in Hamburg gestorben. Wir vermissen sie. – Beat Wyrsch
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Februar 2026
Im Gedenken an den großen Kammersänger Wolfgang Schmidt
Tief bestürzt über die Nachricht des Todes von Kammersänger Wolfgang Schmidt (1956-2026), verneigen wir uns in Dankbarkeit vor diesem großartigen Künstler und seinem Lebenswerk. Bereits während seines Studiums wirkte er bei der „Pocket Opera Company“ in Nürnberg mit und prägte somit maßgeblich die POC in den Anfangsjahren. Wolfgang Schmidt zählte zu den international renommiertesten Heldentenören, mit weltweit gefeierten Auftritten an großen Opernhäusern und bei den Bayreuther Festspielen.


